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Mittwoch, 27.01.2010

„Friendship!“ Filmkritik

Deutschland 2010
Darsteller: Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke, Alicja Bachleda

Story:
DDR, 1989.
Die Mauer fällt, David Hasselhoff singt „I`ve been looking for freedom“ und die Freunde Tom (Matthias Schweighöfer) und Veit (Friedrich Mücke) machen sich mit Hilfe des „Begrüßungsgeldes“ auf den Weg ins ferne Amerika. Genauer gesagt soll die Reise nach San Francisco gehen, denn Veit möchte dort, wie sich im Laufe des Filmes herausstellt, seinen aus dem sozialistischen Arbeiter-und Bauernstaat geflüchteten Vater suchen, der ihm regelmäßig von dort Postkarten zum Geburtstag schickt.
Aufgrund mangelnder Geldvorräte und eher rudimentärer Englischkenntnisse gestaltet sich das Vorhaben jedoch schwieriger als erwartet und die beiden Freunde erleben ein Roadmovie erster Klasse.

Review:
Obwohl einige Kritiker anderer Meinung sind – als Ossi muß man „Friendship“ einfach gesehen haben. Das dachte ich mir, als ich letztens an einem grauen und trüben Sonntag den Weg ins Kino fand. Man steht der ganzen Thematik als „Betroffener“ doch anders gegenüber.
Außerdem - den alten FDJ-Gruß als verenglischten Filmtitel zu sehen, ist schon zu Anfang ein Spaß.

Und es fing auch gleich gut an. Die Vorgeschichte inklusive Mauerfall und entsprechender Reaktionen darauf mag den einen oder anderen kalt lassen (schließlich hat man derartige DDR-Reportagen mittlerweile zur Genüge konsumiert), mich hat sie bestens amüsiert. Die Bilder der Jungen Pioniere, die Sportkultur, die grauen Betonfassaden weckten in mir Erinnerungen. Ja, genauso war es! Die Kommentare dazu aus dem Off von Tom – göttlich !
Regisseur Markus Goller hat definitiv viel Ossi-Luft geschnuppert, und er schafft es mühelos, dass man von Beginn an eine Sympathie zu den Hauptdarstellern aufbaut. Da ist zum einen der freche und aufmüpfige Tom, der von Matthias Schweighöfer toll verkörpert wird. Sein Pendant und Schulfreund Veit ist der ruhigere Part. Friedrich Mücke spielt ihn einfühlsam, manchmal verträumt, zurückhaltend, und trotzdem im richtigen Moment zu faustdicken Streichen fähig. Seine emotionalen Szenen hauptsächlich zum Schluß sind sehr berührend. Ich wünsche mir, in den nächsten Jahren mehr von ihm zu sehen.

„Friendship“ beginnt direkt nach dem Mauerfall. Zwei junge Kerle, aufgewachsen im Sozialismus, verspüren den Duft der großen weiten Welt und brechen auf gen Westen. Also ganz weit gen Westen.
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Dienstag, 10.11.2009

20 Jahre Mauerfall

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht und wie präsent manche Bilder bleiben.
Als ich gestern die Berichterstattung zum "Jubiläum" im ZDF sah und die dazugehörende Feier, wollte ich es eigentlich gar nicht hören. Zu viel Polemik, zu viel Dramatik, zu oft schon gesehen.
Trotzdem bin ich hängen geblieben und hatte Tränen in den Augen, als ich die Botschaftsflüchtlinge auf dem Bildschirm sah.
Aber warum berührt mich da so sehr? Ich bin normalerweise kein Mensch, der vor dem Fernseher in Tränen ausbricht. Auch bin ich in einem Alter, in dem ich die Teilung Deutschlands und den Bau der Mauer nicht miterlebt habe und entsprechend wenige Emotionen der Wiedervereinigung gegenüber aufbringen sollte.

Wenn ich mich zurück erinnere, bin ich ein Kind des Sozialismus. Ein glückliches Kind eigentlich. Eingebunden in eine (in meinen Augen) heile Gesellschaft, aufgewachsen im Kollektiv, Sekretär für Agitation und Propaganda, Besitzer einer FDJ-Bluse, vor den Augen viele Pläne und eine relativ konkrete Idee, wie sie umzusetzen sind. Medizinstudium, dann Ärztin sein. Ich wäre der SED beigetreten und hätte meinen Weg gemacht.
1989 war ich 17, kurz vor dem Abi, die Bewerbungen für die Studienplätze waren erledigt, Angebote lagen vor.

Dann war plötzlich alles anders.
Ich erinnere mich, dass ich am Fenster stand und die Demonstranten an unserem Haus vorbeiziehen sah. Viele Menschen, manche mit Fackeln, bedrohlich ruhig. Ich hatte schreckliche Angst.
Mitten in der Nacht fuhren meine Eltern an die Grenze, meine Großeltern weinten. Ich verstand gar nicht, was los war. Ich hatte mich nie mit Politik beschäftigt, es ging mir gut, ich war behütet aufgewachsen.

In der Schule am nächsten Morgen herrschte Chaos.
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Mittwoch, 28.10.2009

Es ist wieder soweit!

Überall verstecken sich gelbe Teddybären, die dem Werbeträger der süßen Bonner Gummiwaren verdächtig ähnlich sehen. Zwischen den Kakteen sitzen sie, neben den Formularen am Tresen. Dazwischen Luftballons an Stäben, die jedes Kind förmlich anschreien „Nimm mich mit!“. Das will man ja. Kleine, nervende Kinder sind das Schönste, was einem an so einem Tag passieren kann.

Zwei streiten sich gerade um das Bobbycar der Versicherungs-Werbung, das dritte steht daneben und stößt mehr oder weniger unkontrolliert spitze markerschütternde Schreie aus. Die Mutter bleibt unberührt. Warum sollte sie auch was sagen. Schließlich werden Tim und Kevin und Laura antiautoritär erzogen. Keiner darf meinem Kind was vorschreiben. Es soll seine eigenen Erfahrungen machen und seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden.

Am anderen Schalter steht eine ältere Dame. Sie hat neun Sparbücher für die Enkel mit je 10 Euro und will jetzt 10 Kalender. Schließlich muß ihre Nachbarin auch einen haben. Am besten auch noch einen kleinen Terminplaner für die Handtasche, schließlich ist man ja schon seit 30 Jahren Kunde und hat ein Recht auf einen Kalender. Die Banken sind eh alle Verbrecher und verdienen sich an den Kunden eine goldene Nase.

Plötzlich Tumult in der Schalterhalle. Der kleine Thorben ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass er sein mühsam von der Oma geklautes Geld hergeben muß. Böse Banker – nehmen einem das Geld aus der Spardose und geben einem das Ding leer zurück. Unverschämtheit.

Der Azubi hat soeben das volle Inkiess-Zählbrett auf den Boden geworfen, nachdem er noch über den Behelfs-Zähltisch gestolpert ist. Zum Glück bin ich Ersthelfer.

Der ganz normale Alltag. Es ist Sparwoche.

Mittwoch, 07.10.2009

Tag der Republik

Punkt 10 UHR:

Ehrenparade der Nationalen Volksarmee !!!!!!

Auf der Tribüne der Staatsratsvorsitzende der DDR und Vorsitzende des Politbüros, Generalsekretär der SED und Vorsitzender des Nationalen Verteidungsrates der DDR Genosse Erich Honecker !!

Kommandierender der Ehrenparade: Generaloberst Horst Stechbarth, Stellvertreter des Ministers


Ehrenparade stillgestanden !!!!!! Das Gewehr über !!!!! Zur Meldung die Augen links !!!!!!


Das waren noch Zeiten :-))

Dienstag, 06.10.2009

Australien 2002 Westküste Tag 10

Montag, 20.Mai 2002
Glasbodenboot – Abendessen mit Ralf und Uli - Wasserknappheit


Heute Morgen 9 Uhr ging unsere Fahrt mit dem Glasbodenboot los. Es waren ca. 30 Leute an Bord. Durch den Boden hatte man einen super Ausblick auf die Unterwasserwelt, viele bunte tropische Fische, Korallen und Schildkröten. Zwei Stunden dauerte die Fahrt, zweimal machten wir Stop zum Schnorcheln. Ich konnte leider nicht mitschnorcheln, weil ich ohne Brille nichts sehe. Pech für die Blindschleiche. Habe dafür gefilmt, das war auch lustig.

Auf dem Boot trafen wir zwei Düsseldorfer, die, wie wir im Gespräch erfuhren, von Darwin nach Perth mit dem 4WD unterwegs waren. Es war interessant, Erfahrungen und Anregungen auszutauschen. Nach der Tour trennten wir uns, sie wollten gleich weiter fahren, wir bleiben noch.

Zum Mittagessen gab es Sandwiches mit Steaks von gestern. Danach folgte ein kurzer Mittagsschlaf im tief gefrorenen Van.
Anschließend liefen wir ein bisschen im „Ort“ herum, saßen am Strand, erkletterten den Lookout. Von hier hatte man einen tollen Blick über den Ort und die Bucht, bis hinaus aufs Riff.
Auf dem Heimweg trafen wir die beiden Düsseldorfer wieder, die – nebenbei bemerkt - Ralf und Uli hießen. Er war ein (sehr) gut aussehender Mann, Jahrgang 59, arbeitete als Manager bei Microsoft, sie, eine hübsche zierliche Frau, 34, war Vertriebsassistentin bei Marbert Kosmetik. Wir fanden uns irgendwie sympathisch und verabredeten uns zum Abendessen im Restaurant nebenan. Es war ein sehr netter Abend, es gab Red Snapper in Koks-Chillie-Soße mit Reis, dazu Caesars Salad. Superlecker. Kostete 40 AUD pro Nase, war es aber wert. Dazu tranken wir eine Flasche Weißwein von Peter, die wir ins Restaurant mitnahmen (BYO). Ein gelungener Abend rundum. Gegen neun gingen wir ins Bett. (Klingt früh, ist es aber nicht, wenn man mit der Sonne aufsteht )

Das Wasser ist hier sehr knapp. Nur zum Trinken bekommt man das Trinkwasser, zum Kochen darf man es nicht benutzen, sondern muß das normale Wasser abkochen. Dabei handelt es sich um artesisches Wasser aus 800 m Tiefe, das ca. 63 Grad heiß aus der Erde kommt und ziemlich salzig und mineralhaltig schmeckt. Kalt wird es, indem es nach oben gepumpt wird und beim „Herunterfallen“ abkühlt. Das Trinkwasser wird in großen Tanks angeliefert, also importiert.
Es ist hier sehr heiß, den ersten Sonnenbrand haben wir auch bekommen, weil wir leichtsinnig waren und uns nicht konsequent eingecremt hatten. Selber schuld.

Heute Abend hat es ein bisschen geregnet. Wenn`s dabei bleibt, ist das OK. Hoffentlich sind die Straßen frei, denn morgen verlassen wir den zuverlässigen Highway auf dem Weg nach Tom Price.

Wetter: schwül-warm, ca. 28 Grad, windig, gegen Abend glücklicher Weise etwas Abkühlung durch den Regen


Freitag, 25.09.2009

Australien 2002 Westküste, Tag 8 + 9

Samstag, 18.Mai 2002
Fahrt von Geraldton nach Carnarvon – ca. 490 km


(Wenn ich meine Berichte lese, stelle ich fest, dass ich in den kommenden zwei Tagen sehr viel gegrübelt habe, ob wir mal für ein paar Jahre nach Australien gehen sollen. Das erspare ich dem Leser hier. Entsprechend kurz sind auch die tatsächlichen Reiseberichte geworden.)

Unsere Fahrt heute war interessant, die Landschaft änderte sich ständig, wir sahen viele Emus, Kängurus, überschwemmte Straßen.
Gegen 16 Uhr kamen wir in Carnarvon an und fanden einen schönen Campingplatz namens „Wintersun“ (20 AUD). Hier sind viele Dauercamper, wie der Name schon verrät, und nur ganz weinige so wie wir, die nur eine Nacht bleiben.
Neben uns haben heute Abend ein paar ältere Leute Gitarre gespielt und gesungen und ich habe mich einfach dazu gestellt, zugehört und teilweise mitgesungen. Noch bei der letzetn Reise hätte ich mich das wahrscheinlich nicht getraut.
Es war richtig romantisch, die Lieder unter dem klaren Sternenhimmel zu singen. Trotzdem habe ich oft an die Tage in Perth gedacht.

Wetter: im Auto extrem heiß, draußen sonnig, warm, ca. 24 Grad, windig, in Carnarvon sehr schwül und warm (es hatte bei unserer Ankunft gerade geregnet), nachts ca. 15 Grad


Sonntag, 19.Mai 2002
Fahrt von Carnarvon nach Coral Bay – ca. 270 km


Früh aufgestanden, brachen wir nach Coral Bay auf. Eigentlich wollten wir ursprünglich nach Exmouth fahren, entschieden uns dann aber für das touristisch weniger erschlossene Coral Bay. Die Fahrt selbst war angenehm, die Vegetation veränderte sich von niedrigen Bäumen bis hin zur roten Sandwüste mit spärlichem Grasbewuchs.
Die Temperaturen steigen, wir haben auch wieder den „Tropic of Capricorn“ erreicht und überquert. Hier hat es in den vergangenen Wochen viel geregnet, überall steht das Wasser, der Boden ist sehr feucht, die Luft schwül. Die rote Erde überall fasziniert mich.

Coral Bay ist ein winziger Ort mit 2 Campingplätzen und ca. 4 Häusern. Dafür hat es eine traumhafte Badebucht mit kristallklarem , türkisblauem Wasser. Wir haben für morgen eine Schnorcheltour mit dem Glasbodenboot gebucht. Beginn 9 Uhr, Dauer 2 Stunden.

Heute gab`s Barbeque. Wir haben unsere Steaks mit Kartoffeln und Zwiebeln gegrillt. War superlecker.

Wetter: ca. 28 Grad, schwül, aber windig, nachts nur wenig Abkühlung

Mittwoch, 23.09.2009

Australien 2002 Westküste, Tag 7

Freitag, 17.Mai 2002
Abschied von Perth – Fahrt nach Geraldton (ca. 450 km)


Tja, heute hieß es Abschied nehmen.
Nach fünf wunderschönen Tagen in Perth brachen wir am Morgen zu unserer Fahrt nach Darwin auf.
Zuerst verabschiedeten wir uns von Maya, sie musste als Erste zur Arbeit.
Sie ist ein ganz liebes, hilfsbereites Wesen. Wer weiß, wann wir sie wieder sehen.

Das Frühstück nahmen wir dann zusammen mit Gosha ein, später kam Peter von seinem Rotary-Treffen zurück und trank Tee mit uns. Ich war heute nicht wirklich gut drauf. Der bevorstehende Abschied schlug mir sehr auf´s Gemüt. So gegen 10 mußten wir dann aufbrechen.

Ein letztes Mal der Canning Highway, ein letzter Blick auf die Skyline – nach knapp einer Stunde hatten wir Perth hinter uns gelassen und fuhren bereits durch Buschland. Doch ich hatte keinen Blick für das schöne Land, auf das ich mich so gefreut hatte – ich weinte die ganze Zeit, war einfach untröstlich. Ich war schrecklich traurig, dass wir uns so lange nicht sehen würden.

So verging der Tag ohne nennenswerte Höhepunkte. Wir fuhren und fuhren, erreichten gegen 17 Uhr Geraldton – ich war immer noch in Perth. Wir beschlossen, im FLAG-Hotel zu übernachten.

Wetter: es wird schon langsam wärmer, ca. 23 Grad, nachts 13 Grad. In Kununurra sollen es heute 35 Grad gewesen sein. Die Kimberleys werden also heiß werden.

Montag, 21.09.2009

Ich bin ein grüner liberaler Pirat

Trotz oder wahrscheinlich wegen meines absoluten Politik-Verdrusses und der standhaften Weigerung, zum Wählen zu gehen, hat mich mein lieber Mann bei www.Wahl-O-Mat.de einem Test unterzogen.
Anhand von 38 Fragen wird hier die eigene Meinung zu den wichtigsten Wahlkampfthemen abgefragt. Antwortmöglichkeiten : „Stimme zu“, „neutral“ und „Stimme nicht zu“. Besonders wichtige Aussagen kann man doppelt gewichten lassen.
Nach meinen ehrlichen Antworten steht jetzt fest: ich bin ein Pirat, noch dazu ein liberaler mit starker grüner Färbung. Uff. Wer hätte das gedacht. Abgesehen davon, dass doch alle am selben Süppchen kochen und es doch jedes Mal versalzen (sonst gäbe es ja die üblichen Wahl-Kämpfe nicht, bei denen jeder meint, er könne es besser als der Vorgänger), überrascht mich das ein wenig.
Ausgerechnet die Fönwelle.

Freitag, 18.09.2009

Australien 2002 Westküste, Tag 6

Donerstag, 16.Mai 2002
Campervan abgeholt – Einkaufen – Abend in Garden City


Gegen 10 Uhr heute Morgen haben wir unseren Campervan abgeholt.
Maya fuhr uns zur Verleihstation, dann ging alles recht schnell. Es ist wieder ein Mercedes, diesmal ein bisschen älter (3 Jahre), ansonsten alles wie gehabt. Die „Jungfernfahrt“ von der Station nach Bicton zu Peters Haus haben wir alle, Mensch und Maschine, gut überstanden.
Danach waren wir einkaufen. Es ist unglaublich, was wir alles in unseren Wagen geladen haben. Im Gegensatz zum letzten Urlaub kauften wir auch Frischfleisch und Gemüse. Mal sehen – Jochen will, sooft es geht, Barbecue machen.

Gegen 5 Uhr kamen Peter und Gosha zurück und wir gingen zusammen ins Einkaufszentrum Garden City. Dort bummelten wir ein bisschen durch die Geschäfte. In einem der Läden sah ich eine wunderschöne, mit Glitzersteinen besetzte Brosche in Form einer Tulpe. Leider kostete sie 160 AUD – etwas zuviel für`s Budget – man kann nicht alles haben.
Nach dem Shoppen (Peter und Gosha kauften für Maya zum Geburtstag eine Perlenkette) gingen wir zum Food-Court, zu Deutsch „Freßmeile“ und aßen zu Abend Chinesisch. Wir hatten eine Auswahl von verschiedenen Sachen – einfach superlecker. Es war ein schöner Abend, aber die Stimmung, zumindest von meiner Seite, war ein bisschen gedrückt. Ich war traurig, dass dies der letzte Abend in Perth war und ich glaube, die anderen auch.
Zuhause schenkte uns Peter noch zwei Flaschen Wein für meinen Geburtstag und ich hatte einen Kloß im Hals…Wir tauschten Adressen, e-Mails, Telefonnummern aus, er unterschrieb unsere Golf-Karte, Maya hat tolle Muffins gebacken und wir haben ein bisschen gefilmt und herum gealbert. Peter kam vom Rotary-Meeting und brachte einen Kollegen mit nach Hause. Der blieb eine Weile und wir unterhielten uns. Ich habe sogar das Meiste verstanden. Ich merke so langsam, dass mir diese Sprache immer vertrauter wird, kann mich verständlich machen und bin froh, wenn ich merke, dass die anderen nicht sofort merken, dass ich ein „bloody tourist“ bin.

Morgen geht es also los. Wir werden außer Camilla, die gerade in Margaret River ist und sich telefonisch verabschiedet hat, alle noch mal sehen. Der Abschied wird schwer werden. Hoffentlich muß ich nicht heulen. Aber dieser verdammte Kloß will nicht weg gehen.

Morgen kommt außerdem der Kammerjäger („Pest Control“) – ein regelmäßiges Vergnügen für alle Hausbesitzer hier, denn die meist hölzerne Bausubstanz ist ein Festmahl für Ungeziefer wie zum Beispiel Termiten.

Wetter: morgens wolkig, ab und zu Sonne, trocken, ca. 20 Grad, relativ windig, angenehm

Donnerstag, 17.09.2009

Australien 2002 Westküste, Tag 5

Mittwoch, 15.Mai 2002
Golf – Nachmittag am Pool


Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Sportes, d.h. des Golfsportes.
Peter hatte sich morgens frei genommen und wir brachten erst Camilla zum Bahnhof, die wieder nach Margaret River fuhr, danach machten wir uns auf den Weg zu Peters Freund Colin, dessen Familie 1870 von Hannover nach Australien ausgewandert war und der einen Großhandel mit australischer Outback-Kleidung betreibt.
Colin war sehr nett und Jochen bekam seinen knöchellangen Drizabone für 118 AUD zzgl. 10% Steuer. Viel billiger als im Laden. Jochen war total happy.

Anschließend ging es los in Richtung Golfplatz. Neun Löcher, das Spiel pro Person 11,50 AUD (Golf ist in Australien im Gegensatz zum elitären deutschen Sport eher ein Volkssport) . Wir waren dort von 9.30 bis 12.30 Uhr, spielten, zwar nicht in Reihenfolge, so doch alle Löcher durch. Es hat Riesenspaß gemacht, obwohl ich so meine Schwierigkeiten hatte. Mein Handicap liegt abseits der 100. So what…
Das Wetter war heute richtig gut und ich habe, glaube ich, einen Sonnenbrand erwischt.
Der Golfplatz ist toll angelegt, viele große Bäume, grüner Rasen, überall flogen Papageien (Loriketts und Rosellas). Es war ein richtig schöner Vormittag.

Jetzt ist gerade Mittag, Peter ist bereits wieder im Büro und wir haben beschlossen, heute Nachmittag hier zu bleiben und zu faulenzen. Gerade waren wir im Pool, nachher werde ich noch ein paar Karten schreiben und einfach nichts tun.
Ich sitze hier am Pool, der Wasserfall plätschert, die Palmen rauschen im Wind, und vom Nachbargrundstück schreit ein Papagei herüber – es ist wie im Paradies. Zum Abendessen gab es wieder was ganz Tolles: Nudelauflauf mit Erbsen und Thunfisch. Einfach, aber super lecker. Zum Nachtisch dann frische Ananas und Eiskrem. Extra für uns hat Peter die Ananas kunstvoll filetiert. „For my relatives…“, für seine Verwandten also, hat er das gern gemacht.

Gegen neun Uhr haben wir noch einen Spaziergang durchs Wohnviertel Bicton und das Nachbarviertel Attadale gemacht. Ich weiß jetzt, wo Süd-Perth, East-Perth, Northbridge, Applecross, Ardross, Como usw. sind. So langsam kenne ich mich hier aus.
Auf dem Nachhauseweg haben wir zwei große Spinnen gesehen, eine große Kreuzspinne im Netz zwischen den Bäumen, eine größere an der Hauswand, mit behaarten Beinen. Die haben wir natürlich gefilmt. Peter sagt, je größer die Spinne, desto harmloser. Na ja, wenn er meint, er muß es ja wissen.
Wir haben gerade unser bisheriges Filmmaterial gesichtet, gar nicht schlecht für den Anfang. So eine Kamera ist schon was Tolles. Bisher haben wir ca. 17 Minuten aufgenommen.

Wetter: beautiful, sonnig, ca. 22 Grad, nachts ca. 10 Grad